Vor genau 100 Jahren bahnte die MS Selandia als das weltweit erste hochseetüchtige Schiff, das mit Dieselkraftstoff betrieben wurde, den Weg für die internationale Schifffahrt. Am 17.02.1912 übergab die Burmeister & Wain-Werft in Kopenhagen das Schiff an das traditionsreiche dänische Handelsunternehmen Østasiatiske Kompagni (The East Asiatic Company, EAC). Bislang nutzten Seeschiffe mit Kohle betriebene Dampfmaschinen als Antrieb. Die MS Selandia revolutionierte die internationale Schifffahrt mit der Nutzung des Dieselmotors. Burmeister & Wain ist ein ehemaliges dänisches Maschinen- und Schiffbauunternehmen, dessen Motorensparte in den heutigen Hersteller von Großdieselmotoren und Turbomaschinen, MAN Diesel & Turbo, überging.
Die MS Selandia nahm vor 100 Jahren den ersten Schritt zur Globalisierung: Mit ihrer ersten Reise nach Bangkok eröffnete sie für EAC die Linienschifffahrt in den Fernen Osten. Die Dieselmotoren erwiesen sich für die Schifffahrt als weitaus wirtschaftlicher und boten zudem verbesserte Arbeitsverhältnisse an Bord. Gegenüber den Dampfmaschinen brachte der Dieselmotor mit erheblich reduziertem CO2-Ausstoß außerdem Vorteile gegenüber der Umwelt – wenn man dieser Tatsache in der damaligen Zeit auch noch wenig Aufmerksamkeit schenkte.
Frachtschiffe auf der ganzen Welt werden noch heute mit großen Dieselmotoren angetrieben. Doch es stehen bereits alternative Antriebsmöglichkeiten zur Verfügung. Gas erweist sich immer mehr als attraktive Treibstoffalternative für Schiffsmotoren, da gasbetriebene Motoren aufgrund des geringeren Kohlenstoffanteils im Kraftstoff etwa 25 Prozent weniger CO2 emittieren. Der Ausstoß von Stickoxiden ist rund 80 Prozent niedriger, Schwefeloxide, Ruß oder Partikelemissionen sind praktisch nicht vorhanden. MAN Diesel & Turbo bietet so genannte Dual Fuel-Motoren an, die sowohl mit flüssigen als auch gasförmigen Kraftstoffen betrieben werden können.
„Genau 100 Jahre nachdem die Selandia die Welt begeisterte, sind wir stolz darauf, dass wir mit unseren neuesten technologischen Entwicklungen weiterhin unseren Einfluss auf die internationale Schifffahrt geltend machen können“, sagt Dr. Christian Poensgen, Leiter der Entwicklung von Viertaktmotoren bei MAN Diesel & Turbo in Augsburg.
Weitere Informationen unter www.selandia100.dk